Pforzheimer Muslime offen für den Dialog

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Bundesweit wird der „Tag der offenen Moschee“ seit vier Jahren begangen – in Pforzheim hat der interreligöse Dialog jedoch schon eine viel längere Tradition. Das hat sich auch am Sonntag wieder gezeigt.

 

Für viele Christen wie Renate Beck-Ehninger oder Claus Holz ist es eine Selbstverständlichkeit, bei Muslimen vorbeizuschauen und ins Gespräch zu kommen – und das schon seit Jahren. Weil dies nicht überall so gesehen wird, aber die Muslime sich in der Öffentlichkeit besser präsentieren und bestehende Vorurteile entkräften wollen, gibt es seit vier Jahren bundesweit den „Tag der offenen Moschee“.

 

Holz, einer der beiden Vorsitzenden der Christlich-Islamischen Gesellschaft, folgte gestern bei den Ahmadiyya-Muslimen in ihrem Noch-Refugium an der Lindenstraße in einem Kellerraum der Einladung. Es ist das Zentrum der rund 150 Gläubigen, eines aus Pakistan stammenden Religionszweiges innerhalb des Islam, die voraussichtlich im nächsten Jahr endlich auf der Wilferdinger Höhe ihr Gotteshaus bauen wollen. „Erst hat eine andere Moschee Vorrang“, sagt der Baubeauftragte Wahab Gumon. Im Dezember 2009 war die Grundsteinlegung erfolgt. Intensiv haben die Aymadiyyah-Muslime gestern noch einmal der im Mai im pakistanischen Lahore von El-Kaida umgebrachten 85 Glaubensbrüder gedacht. Die Aymadiyyah-Muslime sehen sich als besonders gut in die deutsche Gesellschaft integriert. „Wir sind deutsche Bürger“, sagt Saleem Ahmad Shahid, Präsident der Pforzheimer Glaubensbrüder, „von daher freut uns das zeitliche Zusammentreffen mit dem Tag der deutschen Einheit besonders.“

 

Wesentlich größer, über 600 Erwachsene und 200 Schüler zählend, sind die Moslems an der Fatih-Moschee, Türken oder türkischstämmige Muslime, eine der großen Moschee-Gemeinschaften Deutschlands. Regelmäßig gut besucht sind die angebotenen Führungen durch die 1992 an der Eutinger Straße gebaute Moschee, um die es anfangs viel Wirbel gegeben hatte, die aber seither als Symbol gelebten Glaubensdialogs gilt – besonders bei der Stadtverwaltung.

Ex-OB Joachim Becker hatte sich seinerzeit für den Bau stark gemacht, und dieser Tage suchte auch sein Nach-Nachfolger Gert Hager das Gespräch, geht es doch auch um die Kanal-Infrastruktur an der B 10, damit es aus Sicht der Fatih-Moschee endlich losgehen kann mit dem Bau eines muslimischen Zentrums. Nach den Worten der Vorstandsmitglieder Osman Sahin und Rukan Yabanci könnte der erste Spatenstich und damit die Grundsteinlegung noch vor dem Opferfest am 16. November erfolgen.

 

Quelle: Pforzheimer Zeitung

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